Zusammenfassung und Redebeiträge der Demo 2026 in Gedenken an Ferhat Mayouf

Veröffentlich am 31.07.2026

Rede von Mutombo Mansamba

[english below]

Meine Damen und Herren,

bevor ich zum Hauptthema unseres heutigen Treffens komme, möchte ich auf das Schicksal eines Menschen aufmerksam machen, das uns eindringlich vor Augen führt, warum unser Engagement so wichtig ist: Pedro Corona. Er liegt derzeit im Koma. Sein Schicksal ist eine menschliche Tragödie und verpflichtet uns dazu, bestimmte polizeiliche Einsatzpraktiken kritisch zu hinterfragen, die schwere Verletzungen verursachen oder sogar Menschenleben kosten können.

Einige Fixierungs- und Festnahmetechniken bergen erhebliche Risiken, wenn sie bei bereits überwältigten Personen angewendet werden. Dazu gehören insbesondere das Ausüben von Druck auf den Hals – etwa durch ein Knie – sowie das längere Festhalten einer Person in Bauchlage mit auf dem Rücken gefesselten Händen. Solche Maßnahmen können zu lebensgefährlichen Atemproblemen führen. Deshalb sollten sie gesetzlich verboten und durch Einsatzmethoden ersetzt werden, die sowohl die Sicherheit der Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten als auch die Würde und das Leben der betroffenen Menschen schützen.

Genau das ist die wichtigste Erkenntnis, die ich aus meinen eigenen Erfahrungen gewonnen habe und die ich in meinem Text „Die wichtigste Erkenntnis – was ich wirklich gelernt habe“ beschreibe. Wahrer Fortschritt bedeutet nicht nur, Fehler der Vergangenheit anzuerkennen. Wahrer Fortschritt bedeutet, daraus konkrete Reformen abzuleiten, damit sich solche Tragödien nicht wiederholen.

Eine Demokratie zeigt ihre wahre Stärke daran, wie sie die Würde und das Leben jedes einzelnen Menschen schützt — gerade auch in schwierigen und konfliktbeladenen Situationen.

Deshalb spreche ich heute nicht nur über die Vergangenheit. Ich spreche über die Zukunft. Über eine Zukunft, in der der Schutz des Lebens, Transparenz, Rechtsstaatlichkeit und Verantwortlichkeit unverrückbare Grundprinzipien unseres Handelns sind.

Was habe ich aus der Untersuchung über den Tod meines Bruders gelernt?

1. Die wichtigste Erkenntnis (was ich wirklich gelernt habe)

Eine Untersuchung enthüllt in Deutschland oft mehr als nur den bloßen Sachverhalt: Sie zeigt die Risse eines Systems. Unser politisches System in Deutschland weist deutliche Lücken auf und müsste reformiert werden.

Man lernt häufig:

  • Dass die materiellen Tatsachen (was passiert ist) durch Verfahren, widersprüchliche Berichte, Verzögerungen und Verschleierungen überlagert werden können.
  • Dass Institutionen (Polizei, Staatsanwaltschaft, Sozialdienste) manchmal in erster Linie ihre eigenen Mitarbeiter oder ihr eigenes Ansehen schützen – und nicht die Wahrheit.
  • Dass Opfer und ihre Familien wie Anhänge behandelt werden, wie Menschen zweiter Klasse, wie Objekte – eine Beschwerde mehr – statt als zentrale Subjekte des Verfahrens.
  • Wenn verletzliche Personen betroffen sind (psychische Erkrankung, soziale Not), tritt der Aspekt der „Fürsorge” schnell hinter der Logik von Strafverfolgung und institutioneller Selbstverteidigung zurück.

Kurz gesagt: Die Untersuchung sagt weniger aus, wer verantwortlich ist, als vielmehr, wie sehr das System bereit ist, sich selbst zu schützen.

2. Argumente dafür, dass die Untersuchung ernsthaft oder nützlich war

Ich habe auch gelernt:

  • Dass eine Untersuchung – selbst wenn sie unvollkommen ist – Fakten dokumentiert: Chronologien, Zeugenaussagen, ärztliche Gutachten. Diese Unterlagen bleiben wertvolle Werkzeuge.
  • Dass eine Untersuchung externe Mechanismen auslösen kann (parlamentarische Kontrolle, Verbände, internationale NGOs) und teilweise administrative oder disziplinarische Maßnahmen nach sich ziehen kann.
  • Dass die Existenz eines öffentlichen Verfahrens mediale Sichtbarkeit schafft: Die Wahrheit, selbst wenn sie unvollständig ist, lässt sich schwerer begraben.
  • Ich habe auch gelernt, dass öffentlicher Druck manchmal eine schlampige Untersuchung in eine Wiederaufnahme oder ein paralleles Verfahren verwandelt (z. B. Ernennung eines unabhängigen Staatsanwalts, Einsetzung einer Untersuchungskommission).

3. Argumente dagegen: warum die Untersuchung unzureichend, manipuliert oder schädlich sein kann

  • Ich habe gelernt, dass ein struktureller Interessenkonflikt existiert: Wenn die Polizei gegen die Polizei ermittelt, ist die Objektivität stark gefährdet.
  • Ich habe gelernt, dass Schweigen und Verzögerungen folgende Konsequenzen haben: blockierter Zugang zu Beweismitteln, Verlust oder Veränderung von Dokumenten, Fristen, die Spuren verwischen.
  • Ich habe gelernt, dass es eine sekundäre Viktimisierung gibt: Familien erleben administrative Demütigung, lange Befragungen und eine kalte Kommunikation.
  • Ich habe gelernt, dass politische Instrumentalisierung existiert: Der Fall kann zu politischer Verhandlungsmasse werden, neutralisiert durch folgenlose Versprechen.
  • Ich habe auch gelernt, dass es in Deutschland eine Kultur der Straflosigkeit gibt: symbolische Sanktionen (Verwarnung, Versetzung) statt wirklicher Verfolgung, was Opfer und Gesellschaft entmutigt und Konflikte innerhalb der Zivilgesellschaft begünstigt.

4. Die Abwesenheit des Staates gegenüber den Opfern – wie sie sich zeigt

  • Ich habe das institutionelle Schweigen kennengelernt: kaum oder gar keine offiziellen Worte des Mitgefühls, keine konkrete Unterstützung (weder psychologisch noch administrativ).
  • Ich habe eine kalte Bürokratie erlebt, die endlose Abläufe verursacht, um Informationen oder Dokumente zu erhalten.
  • Ein Mangel an tatsächlicher Wiedergutmachung: unzureichende Entschädigungen, keine öffentliche Anerkennung der Verantwortung.
  • Ich habe gelernt, dass der Schutz der Beamten vor dem Schutz der Opfer Realität ist: Die institutionelle Version wird priorisiert.
  • Das zeigt einen Staat, der sich manchmal eher gegen seine Bürger verteidigt, statt sie zu schützen.

5. Die Schwierigkeit, gegen Institutionen zu kämpfen

  • Ich habe gelernt, dass die Ressourcen ungleich verteilt sind: Der Staat verfügt über Geld, Anwälte, Experten und Zeit – praktisch unbegrenzte Mittel; Familien der Opfer fast nie. Wir müssen doppelt und schweigend leiden.
  • Ich habe gelernt, dass es in Deutschland rechtliche und prozedurale Barrieren gibt — eine Art Apartheid der Armen: schwer zugängliche Beweise, Verjährungsfristen, eingeschränkter Aktenzugang.
  • Ich habe gelernt, dass es ein soziales und mediales Klima gibt: Stigmatisierung des Opfers (wegen psychischer Krankheit, Herkunft, sozialem Status), was die öffentliche Sympathie verringert.
  • Ich habe emotionalen Erschöpfung erlebt: Der juristische und administrative Kampf raubt der Familie die Kräfte. Ich habe drei Jahre Hölle durchlebt.
  • Ich habe die Gefahr bürokratischer Repression kennengelernt: Druck, indirekte Drohungen, oder die Wirkung der Unsichtbarmachung der Beschwerde.

Ich habe gelernt dass Verfassungsnahe Korruption“: gibt in Deutschland.
Mit „verfassungsnaher Korruption“ bezeichnen wir ein institutionelles Phänomen, bei dem Korruption nicht nur finanziell ist:

Es ist eine Korruption der Regeln, der Prioritäten und der demokratischen Praxis. Wenn unsere Justiz und die Polizei zusammen arbeiten.

Ich habe gelernt, dass es nicht nur individuelle Korruption gibt — also Bestechung, Veruntreuung oder persönliche Bereicherung -, sondern auch das Risiko einer institutionellen Korruption oder einer institutionellen Fehlentwicklung.
Gerade im Zusammenhang mit Fällen von Polizeigewalt stellt sich die Frage, ob staatliche Institutionen immer in der Lage sind, die Grundprinzipien des Rechtsstaates vollständig zu gewährleisten.

Von institutioneller Korruption spricht man, wenn Öffentliche Strukturen – etwa Verwaltung, Justiz, Polizei oder politische Institutionen — durch bestimmte Praktiken so beeinflusst werden, dass persönliche Interessen, Netzwerke oder institutionelle Privilegien stärker wirken als das Allgemeinwohl. Dann besteht die Gefahr, dass Regeln zwar vorhanden sind, aber nicht für alle Menschen gleichermaßen angewendet werden.
Eine solche Entwicklung kann die Grundprinzipien der Verfassung schwächen: die Gleichheit vor dem Gesetz, die Gewaltenteilung, die demokratische Kontrolle und die Verantwortung staatlicher Entscheidungsträger.

Es geht dabei nicht um den Vorwurf, dass alle Angehörigen staatlicher Institutionen korrupt sind. Es geht um die wichtige Frage, ob die Strukturen selbst ausreichend unabhängig und transparent sind damit jeder Mensch – auch gegenüber staatlicher Macht – den gleichen Schutz des Rechtsstaates erhält.

Ich habe gelernt, dass die Untersuchung über den Tod meines Bruders nicht nur die Geschichte eines tragischen Ereignisses ist: Sie ist der Spiegel eines gebrochenen Gesellschaftsvertrags. Sie zeigt die Fragilität eines Staates, eines Systems, das manchmal seine Mechanismen mehr schützt als seine Bürger.

Der Kampf um die Wahrheit ist daher sowohl persönlich als auch politisch:
persönlich, weil er Wiedergutmachung und Erinnerung für eine Familie fordert;
politisch, weil er institutionelle Praktiken infrage stellt und Reformen verlangt.

Zum Schluss möchte ich Ihnen eine persönliche Entscheidung mitteilen.

Die Erfahrungen der letzten Jahre haben mich zu einer wichtigen Erkenntnis geführt: Wenn wir wirklich etwas verändern wollen, dürfen wir nicht nur Missstände benennen – wir müssen auch politische Verantwortung übernehmen.

Deshalb habe ich beschlossen, als unabhängiger Kandidat bei den Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus im September 2026 im Wahlkreis Kreuzberg 3 des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg” zu kandidieren. Dieser Wahlkreis umfasst Teile von Kreuzberg, unter anderem die Postleitzahl 10965.

Ich kandidiere, weil ich mich für einen Rechtsstaat einsetzen möchte, der die Menschenwürde schützt, Polizeigewalt wirksam verhindert und Transparenz sowie Rechenschaftspflicht stärkt. Ich bin überzeugt, dass Sicherheit und Menschenrechte keine Gegensätze sind, sondern untrennbar zusammengehören.

Ich kann dieses Ziel jedoch nicht allein erreichen. Deshalb lade ich alle ein, die diese Werte teilen und diesen Weg mit mir gehen möchten: Nehmen Sie Kontakt mit mir auf. Ob als freiwillige Helferin oder freiwilliger Helfer, mit Ideen, Zeit oder organisatorischer Unterstützung – jede Hilfe ist willkommen und kann einen Unterschied machen.

Gemeinsam können wir zeigen, dass Veränderungen möglich sind. Ich freue mich darauf, diesen Weg mit Ihnen zu gehen. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

Mutombo Kandu Mansamba


(Seite 1): Zusammenfassung (de/en)
(Seite 2): Benjamin Düsberg (de/en)
(Seite 3): Mutombo Mansamba (de/en)
(Seite 4): Migrantifa Berlin (de/en)
(Seite 5): Andreas Krebs (de/en)
(Seite 6): Death in Custody (de/en)
(Seite 7): Thomas Meyer-Falk (de/en)
(Seite 8): KOP Berlin (de/en)



Speech from Mutombo Mansamba

Ladies and gentlemen,

Before I turn to the main topic of today’s gathering, I would like to draw your attention to the fate of a man whose story serves as a powerful reminder of why our commitment is so important: Pedro Corona. He is currently in a coma. His situation is a human tragedy and compels us to critically examine certain police tactics that can cause serious injury or even cost lives.

Some restraint and arrest techniques carry significant risks when used on individuals who are already overwhelmed. These include, in particular, applying pressure to the neck – for example, with a knee – as well as holding a person face-down for prolonged periods with their hands restrained behind their back. Such measures can lead to life-threatening breathing difficulties. They should therefore be prohibited by law and replaced with methods that protect both the safety of police officers and the dignity and lives of the people involved.

This is precisely the most important lesson I have learnt from my own experiences, which I describe in my essay ‘The Most Important Lesson – What I Have Really Learnt’. True progress does not merely mean acknowledging the mistakes of the past. True progress means deriving concrete reforms from them, so that such tragedies are not repeated.

A democracy demonstrates its true strength in the way it protects the dignity and life of every single person — particularly in difficult and conflict-ridden situations.

That is why I am not just talking about the past today. I am talking about the future. About a future in which the protection of life, transparency, the rule of law and accountability are unshakeable fundamental principles guiding our actions.

What have I learnt from the investigation into my brother’s death?

1. The most important insight (what I have really learnt)

In Germany, an investigation often reveals more than just the bare facts: it exposes the cracks in a system. Our political system in Germany has clear shortcomings and needs to be reformed.

One often learns:

  • That the material facts (what happened) can be obscured by procedures, contradictory reports, delays and cover-ups.
  • That institutions (the police, the public prosecutor’s office, social services) sometimes prioritise protecting their own staff or their own reputation – rather than the truth.
  • That victims and their families are treated as mere appendages, as second-class citizens, as objects – just another complaint – rather than as central figures in the proceedings.
  • When vulnerable individuals are involved (those with mental health issues or in social distress), the aspect of ‘care’ quickly takes a back seat to the logic of criminal prosecution and institutional self-preservation.

In short: the inquiry says less about who is responsible than about the extent to which the system is prepared to protect itself.

2. Arguments in favour of the inquiry being serious or useful

I have also learnt:

  • That an inquiry – even if it is imperfect – documents facts: timelines, witness statements, medical reports. These records remain valuable tools.
  • That an investigation can trigger external mechanisms (parliamentary scrutiny, associations, international NGOs) and may, in some cases, lead to administrative or disciplinary measures.
  • That the existence of a public inquiry generates media attention: the truth, even if incomplete, is harder to bury.
  • I have also learnt that public pressure can sometimes transform a slapdash inquiry into a retrial or a parallel investigation (e.g. the appointment of an independent prosecutor, the establishment of a commission of inquiry).

3. Arguments against: why the investigation may be inadequate, manipulated or harmful

  • I have learnt that there is a structural conflict of interest: when the police investigate the police, objectivity is seriously compromised.
  • I have learnt that silence and delays have the following consequences: blocked access to evidence, the loss or alteration of documents, and time limits that allow traces to be covered up.
  • I have learnt that secondary victimisation occurs: families experience administrative humiliation, lengthy questioning and cold, impersonal communication.
  • I have learnt that political exploitation exists: the case can become a bargaining chip in political negotiations, neutralised by empty promises.
  • I have also learnt that there is a culture of impunity in Germany: symbolic sanctions (warnings, transfers) instead of genuine prosecution, which discourages victims and society and fuels conflicts within civil society.

4. The state’s absence toward the victims – as it manifests itself

  • I have experienced institutional silence: hardly any, if any, official expressions of sympathy; no concrete support (neither psychological nor administrative).
  • I have encountered a cold bureaucracy that imposes endless procedures just to obtain information or documents.
  • A lack of genuine redress: inadequate compensation, no public acknowledgement of responsibility.
  • I have learnt that prioritising the protection of officials over that of victims is a reality: the institutional version takes precedence.
  • This reveals a state that sometimes seems more intent on defending itself against its citizens than on protecting them.

5. The difficulty of fighting against institutions

  • I have learnt that resources are unevenly distributed: the state has money, lawyers, experts and time – practically unlimited resources; the victims’ families almost never do. We have to suffer twice over, and in silence.
  • I have learnt that there are legal and procedural barriers in Germany — a kind of apartheid for the poor: evidence that is difficult to access, limitation periods, restricted access to case files.
  • I have learnt that there is a certain social and media climate: stigmatisation of the victim (due to mental illness, background, social status), which diminishes public sympathy.
  • I have experienced emotional exhaustion: the legal and administrative battle saps the family’s strength. I have endured three years of hell.
  • I have come to know the danger of bureaucratic repression: pressure, indirect threats, or the effect of the complaint being rendered invisible.

I have learnt that ‘constitutionally-related corruption’ exists in Germany.
By ‘constitutionally-related corruption’, we mean an institutional phenomenon in which corruption is not merely financial:

It is a corruption of the rules, of priorities and of democratic practice. When our judiciary and the police work together.

I have learnt that there is not only individual corruption — that is, bribery, embezzlement or personal enrichment — but also the risk of institutional corruption or institutional malpractice.
Particularly in connection with cases of police violence, the question arises as to whether state institutions are always able to fully guarantee the fundamental principles of the rule of law.

We speak of institutional corruption when public structures – such as the civil service, the judiciary, the police or political institutions – are influenced by certain practices to such an extent that personal interests, networks or institutional privileges take precedence over the common good. There is then a danger that, although rules exist, they are not applied equally to all people.
Such a development can undermine the fundamental principles of the constitution: equality before the law, the separation of powers, democratic accountability and the responsibility of state decision-makers.

This is not about accusing all members of state institutions of being corrupt. It is about the crucial question of whether the structures themselves are sufficiently independent and transparent to ensure that every individual – even in the face of state power – receives the same protection under the rule of law.

I have learnt that the investigation into my brother’s death is not merely the story of a tragic event: it is a reflection of a broken social contract. It reveals the fragility of a state, of a system that sometimes protects its mechanisms more than its citizens.

The struggle for the truth is therefore both personal and political:
personal, because it demands redress and remembrance for a family;
political, because it challenges institutional practices and calls for reforms.

Finally, I would like to share a personal decision with you.

The experiences of recent years have led me to an important realisation: if we truly want to bring about change, we must not merely point out injustices – we must also take political responsibility.

That is why I have decided to stand as an independent candidate in the elections to the Berlin House of Representatives in September 2026 in the Kreuzberg 3 constituency of the Friedrichshain-Kreuzberg district. This constituency covers parts of Kreuzberg, including the postcode 10965.

I am standing for election because I want to fight for a constitutional state that protects human dignity, effectively prevents police violence and strengthens transparency and accountability. I am convinced that security and human rights are not mutually exclusive, but are inextricably linked.

However, I cannot achieve this goal on my own. That is why I invite everyone who shares these values and would like to join me on this journey: please get in touch with me. Whether as a volunteer, with ideas, time or organisational support – all help is welcome and can make a difference.

Together, we can show that change is possible. I look forward to embarking on this journey with you. Thank you very much for your attention.


(Page 1): Summary (de/en)
(Page 2): Benjamin Düsberg (de/en)
(Page 3): Mutombo Mansamba (de/en)
(Page 4): Migrantifa Berlin (de/en)
(Page 5): Andreas Krebs (de/en)
(Page 6): Death in Custody (de/en)
(Page 7): Thomas Meyer-Falk (de/en)
(Page 8): KOP Berlin (de/en)

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