Zu unserer Beratung und den Razzien vom 24. März

Veröffentlich am 10.07.2026

Am 28.06.2026 wurde der Infoladen in der Schererstraße 8 als „Radau | Anarchistischer Raum“ wiedereröffnet. Das möchten wir zum Anlass nehmen, uns als Rote Hilfe Berlin zu den vorangegangenen Razzien am 24.03.2026 zu äußern. Wir sind solidarisch mit allen Projekten, Angeklagten und weiteren Personen, denen an diesem Tag von der Polizei die Türen eingetreten und deren Räume verwüstet wurden.

Das betraf auch den Raum in der Scherer 8, in dem wir unsere Beratungen durchführen. Nach der Razzia wurde vor dem Infoladen eine Kamera aufgestellt, die vermutlich solidarische Menschen und solche, die den Raum nutzen und gestalten wollen, einschüchtern sollte. Auch berichten die Genoss*innen in ihrer Stellungnahme von „verdeckten Staatsdienern“, die während ihrer „Schichten, Veranstaltungen und Versammlungen (…) auf eine provokative und einschüchternde Weise in Erscheinung“ traten.

Es ist nicht das erste Mal, dass ein Raum von Repression betroffen ist, in dem auch die Rote Hilfe politisch aktiv ist und wir können nicht wissen, wo der Staat als nächstes angreift.

Daher möchten wir noch einmal ausdrücklich auf einige Dinge hinweisen: Wir machen unsere Beratungen in Räumen, von denen wir nicht ausschließen können, dass der Staat sie überwacht. Wir möchten euch bei Repression beistehen, mögliche weitere juristische Schritte mit euch besprechen oder auch helfen, Anträge auf Unterstützung für Repressionskosten zu stellen. Auch über Ängste und Befürchtungen zu sprechen finden wir wichtig. Details zu den vorgeworfenen Taten selbst spielen für uns dabei keine Rolle. Auch Unterlagen zu gestellten Anträgen möchten wir aus Gründen der Datensparsamkeit nicht bei uns herumliegen haben, daher nehmen wir keine unvollständigen Anträge an.

Wir möchten für einen aktiven Umgang mit staatlichen Repressions- und Überwachungsmaßnahmen plädieren. Uns ist es wichtig, von Repression betroffene Genoss*innen und auch linke Räume nicht alleine zu lassen. Denn genau das ist eins der Ziele von Repression: Genoss*innen und Strukturen zu isolieren und Angst zu schüren.

Dem stellen wir uns kollektiv entgegen. Kommt gerne weiterhin zu unseren Beratungen im Wedding, immer Dienstags 19-20 Uhr im Infoladen Radau in der Schererstr. 8.

Wir lassen uns nicht einschüchtern, wir solidarisieren uns mit Betroffenen und wir wehren uns gemeinsam gegen die staatliche Repression!

Rote Hilfe Berlin


Hier findet ihr die Stellungnahme vom Radau zu den Razzien: https://radauraum.noblogs.org/2026/06/20/radau-for-the-existence-and-resistance-of-more-anarchist-spaces/